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Alpine Naturgefahren im Klimawandel -

Deutungsmuster und Handlungspraktiken vom 18. -21. Jahrhundert


Kurzbeschreibungen der ausgewählten Untersuchungsregionen

Schweiz: Graubünden (Oberengadin / Oberer Inn)

Die Region "Oberer Inn" liegt im Kanton Graubünden in der Ostschweiz an den Landesgrenzen zu Österreich und Italien. Der Inn entspringt im oberen Engadin und entwässert die Bündner Alpen Richtung Norden. Der obere Inn bildet eines der höchsten Hochtäler in Europa. Wichtigster Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus, der insbesondere in St. Moritz und Scuol im Inntal seine Zentren hat. Für die Region gehören insbesondere Hochwässer, Murgänge, Rutschungen und Lawinenabgänge zu den zentralen Naturgefahren. Seit Jahrhunderten gab es immer wieder extreme Ereignisse, die zu hohen Schäden und dem Verlust von Menschenleben führten. Auch in den vergangenen 30 Jahren haben gravierende Ereignisse – wie extreme Murgänge 1977, der Lawinenwinter 1999 oder die Alpenhochwässer 2002 und 2005 – dazu geführt, dass dem Naturgefahrenmanagement eine hohe öffentlich Aufmerksamkeit und raumplanerische Priorität zugewiesen wird. Seit einigen Jahren wird auch der Klimawandel als Faktor in der Naturgefahrenentwicklung diskutiert (Amt für Umwelt Graubünden 2007; Teufen u.a. 2003).

Österreich: Tirol (Paznauntal)

Das Paznauntal ist durch einen intensiven Wintertourismus vor allem im Hauptort Ischgl geprägt. Das Tal wurde im Februar 1999 überregional bekannt, da in Galtür 31 und im benachbarten Valzur sieben Personen durch Lawinen starben. Beim Augusthochwasser 2005 wurde das Paznauntal durch Rutschungen und Überflutungen schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Zufahrtsstraße in das Tal war wegen einer Hangabsenkung oberhalb der Straße für längere Zeit gesperrt (Ulz 2007). Auf beide Ereignisse wurde mit massiven technischen Verbauungen reagiert. Es finden aber auch intensive gesellschaftliche Aushandlungsprozesse um das Naturgefahrenmanagement statt. So wurde auf Initiative des Bürgermeisters von Ischgl im Tiroler Raumordnungsgesetz verankert, dass sich Gemeinden trotz technischer Verbauungsmaßnahmen nicht in Richtung möglicher Gefahrenquellen entwickeln sollen (Boscolo u.a. 2001).

Deutschland: Bayern (Obere Iller)

Die Region „Obere Iller“ liegt am Nordrand der Allgäuer Alpen innerhalb des Landkreises Oberallgäu. Die drei größten Orte der Region (Sonthofen, Oberstdorf, Bad Hindelang) liegen zum Teil im Überschwemmungsgebiet der Iller bzw. ihrer Zuflüsse. Die Region wurde ausgewählt, da in den letzten 10 Jahren an der Iller am Pegel Sonthofen die vier höchsten Abflüsse seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen wurden (Pfingsthochwasser 1999; 2002 im März und im August, Augusthochwasser 2005). Zwei dieser Hochwasserereignisse hatten eine statistische Wiederkehrwahrscheinlichkeit von mehr als 100 Jahren (vgl. HND 2008). Innerhalb dieser großräumigen Schadenereignisse traten auch viele Wildbäche über die Ufer. Außerdem wurden zahlreiche Rutschungen und Murgänge ausgelöst. So bedrohte eine Rutschung im Einzugsgebiet des Rothplattenbachs 1999 Ortsteile Bad Hindelangs (vgl. IAN 2008). Aufgrund dieser Häufung der Ereignisse wird in der Region intensiv über die Folgen des Klimawandels diskutiert (Wagner 2004).

Freie Universität Berlin - Institut für Ethnologie Technische Universität München - Lehrstuhl Wald- und Umweltpolitik Universität Göttingen - Seminar für mittlere und neuere Geschichte Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL - Wirtschafts- und Sozialwissenschaften